Jahresbericht 2009
Das Atelier des Designers ist ein Stück Software. Durch die Virtualisierung hantieren wir mit Icons, deren Realitätsbezug allmählich verblasst. Der präzise Zugriff auf das Werkstück wird von inkrementeller Datensicherung abgelöst. Der arbeitende Körper wird obsolet, etwas Fingerzucken stellt die letzte haptische Verbindung zur Welt her. Allerdings erfährt mit neuartigen Interfaces und Bewegungssensoren der ganzheitliche Körpereinsatz in den Spielewelten wieder eine Renaissance. Werbekampagnen laufen zunehmend parallel in neuen und klassischen Medien. Und wie in der Filmbranche ist die Komplexität der Aufgaben nur noch im Team zu lösen. Die ideale Lernumgebung für die sich daraus ergebenden Lehrziele ist die Werkstatt. Die Werkstätten und die ähnlich organisierten Fachklassen bilden daher in der Fakultät für Gestaltung das Zentrum der Ausbildung. Fingerfertigkeit und der präzise Umgang mit dem Material fördern das anschauende Erkennen. Materialehrlichkeit und Wahrhaftigkeit sind eng verwandt. Die gemeinsame Arbeitsorganisation in den Werkstätten schafft ein kollektives Erlebnis. Nur wer zupackt und sich die Hände schmutzig macht, erzielt in der Werkstatt Ergebnisse. Die Wiederentdeckung der gestaltenden Hand als ursprünglichem Gestaltungswerkzeug, als Organ des Begreifens, kann man sehr anschaulich in unseren druckgrafischen Werkstätten erleben. Die Werkstätten sind ein Ort, wo die Hochschule als Gemeinschaft erlebt und gegenseitige Verantwortung in einer lebendigen Arbeitsumgebung praktiziert wird. > Jahresbericht zum Downoad als PDF
Jahresbericht 2008
Der Einzug in das „Fabrikschloss“ und die gleichzeitige Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengänge haben die Fakultät tiefgreifend modernisiert. Das Kollegium hat für die neuen Studiengänge mit außerordentlichem Einsatz neue Lehrinhalte und Methoden entwickelt. Erstmalig ein- gerichtet wurden die Fachklassen, die in Ergänzung zu un- seren Werkstätten das praktische fachbezogene Arbeiten organisieren und zudem die Betreuung und das Mentoring der Studierenden verbessern. Die Fachklassen entwickeln sich gerade zu einem lebendigen Produktionslabor unseres vielfältigen Angebots. Über das Lehrangebot hinaus haben wir eine unglaubliche Fülle an Ausstellungen, Kulturveranstaltungen und er- folgreichen Kooperationen realisiert. Vieles davon war nur durch die zuverlässige Mitwirkung der mitdenkenden und zupackenden Studierendenvertretung SVG zu bewältigen. Dass wir nicht nur arbeiten, sondern auch feiern können, haben die beiden Diplomausstellungen gezeigt. Reichlich Gesprächsstoff lieferten die Ausstellungen „Wunderkam- mer Federvieh“ unter Leitung von Prof. Erich Gohl und die Dokumentation „Hinsehen statt Wegschauen. Armut in Deutschland“ unter Leitung unseres Fotodesigners Rainer Funck. Den Diskurs förderten die öffentlichen Vortragsrei- hen „Design & Ethik. Nachhaltigkeit in der Bildung“, „News- design“ sowie „Design Matters“. Dank der Studienbeiträge konnten aufwändige Veranstaltungen mit renommierten Experten realisiert werden: das „Festival der Sinne“, das „Echtzeit-Panel“ auf der FMX und zusammen mit der TU München das Symposium „Emotional Gaming“. > Jahresbericht zum Downoad als PDF
Jahresbericht 2007
Nach 298 Jahren wechselnder Standorte erhält die Ausbildung von Gestaltern in Augsburg erstmals ein für sie errichtetes Gebäude. In hervorragender Weise symbolisiert der neue Campus den besonderen Charakter der Fakultät: aus dem historischen Fabrikschloß wachsen wie Arme die beiden modernen Seitenflügel mit ihren Medienwerkstätten und Seminarräumen heraus. Das klassische Schloß mit seinen Stuckdecken und dem restaurierten grünem Zimmer geht über in die funktionalen Seitentrakte, die mit ihrem geometrischen Raster von Glas und Stahl, mit Sichtbeton und ästhetischer Reduktion der Formensprache und dem Materialverständnis der internationalen Moderne verpflichtet sind. Der Geist des Bauhauses, die Verbindung von Werkstatt und Lehre, die Betonung einer systematischen Grundlagenausbildung kennzeichnen auch die Struktur unserer Studiengänge. Mit der heiter-ironischen Skulptur von Hans Wolke wird dieser stilistische Vektor bis in die Postmoderne verlängert. Auf dem Rungang des Staatsministers wurde die neue Galerie preview eingeweiht. Damit besitzt die Fakultät für Gestaltung endlich einen eigenen repräsentativen Ausstellungsraum, um in Wechselausstellungen hervorragende Arbeiten zu zeigen. Die Eröffnungsausstellung werkoderko, die Prof. Stoll zusammen mit einer Gruppe engagierter Studierender aufbaute, stellt bis Ende 2007 die Geschichte und den Anspruch der Fakultät vor. Das neue Gebäude in unmittelbarer Nähe und zum Teil in gemeinsamer Nutzung mit der Fakultät für Informatik behebt einen alten Misstand. der Weg zum übrigen Campus, zur Mensa, zur Verwaltung, dem Rechenzentrum und vor allem zu den Kollegen in den gemeinsamen Medienstudiengängen ist nun tatsächlich ein kurzer. Manchmal ist dieser Zustand der Integration allerdings noch gewöhnungsbedürftig nach Jahren faktischer Autonomie. Der neue repräsentativen Standort gibt der Fakultät ein Gesicht, das der Tradition des Aufbruchs, den Designer als Auftrag empfinfden, aufs beste entspricht. Besonders freue ich mich, dass trotz der Umzugs in ein Gebäude, das sich im Frühjahr noch wie eine Baustelle anfühlte, in den beiden zurückliegenden Semestern nicht nur ein überaus intensive Lehre stattfand, sondern darüberhinaus zahlreiche zum Teil öffentliche Vorträge und Kooperationsprojekte einen gewichtigen Teil zu einem lebendigen Hoschulleben beigetragen haben. > Jahresbericht zum Downoad als PDF
Jahresbericht 2006
Lernen muss Spaß machen. Die Lehre deshalb auch, andernfalls wird sie keine Wirkung entfalten. Zu Recht sind wir auf unsere solide Grundlagenausbildung und die öffentlichkeitswirksamen Projekte stolz. Die dafür notwendige zusätzliche Motivation jenseits der Pflichterfüllung können wir nur aufbringen, wenn das Umfeld dazu Menschlichkeit ausstrahlt. So sehe ich meine Aufgabe in der Schaffung einer vertrauensvollen Atmosphäre, in der sich die Vielfalt unserer fachlichen Ansätze und künstlerisch-wissenschaftlichen Positionen für die Studierenden und Lehrenden zu einem anregenden Ort der Ideen entwickeln kann. Voraussetzung dafür ist die im Leitbild der Fakultät verankerte Transparenz der Entscheidungen und die Gleichwertigkeit der Fachgebiete. Oft haben wir in letzter Zeit auf unsere lange Tradition hingewiesen – dies vor allem in Anbetracht der sorgfältigen und doch tiefgreifenden Umstrukturierung, die wir mit der neugegründeten Bolognagruppe unter Leitung der Professoren Mike Loos und Thomas Rist angepackt haben. Am Ende des Sommersemesters kam das Einvernehmen des Ministeriums für die neuen Studiengänge. Den neu strukturierten Bachelorstudiengang Kommunikationsdesign und den interfakultären Bachelorstudiengang Interaktive Medien konnten wir dank der reibungslosen und effektiven Zusammenarbeit mit Prüfungsamt und Hochschulleitung bereits in diesem Oktober einführen. Die neuen Masterstudiengänge Designund Kommunikationsstrategie und Interaktive Mediensysteme starten zum Sommersemester 2007. > Jahresbericht zum Downoad als PDF
Jahresbericht 2005
Wolfgang Amadeus Mozart und sein Augsburger Vater Leopold waren im vergangenen Jahr virtuelle Gäste des Fachbereichs. In ihrem Namen entstanden zahlreiche Projekte in enger Kooperation mit der Musikhochschule Augsburg, der Stadt Augsburg und der Cityinitiative Augsburg. Im Mai 2005 hatte die Entführung aus dem Serail ihre er- folgreiche Premiere im Parktheater Göggingen. In Fortführung einer ersten Zusammenarbeit bei der Zauberflöte im Jahr zuvor wurden diesmal nicht nur die Plakate in unserem Fachbereich entwickelt, sondern auch Bühnenbild, Kostüme und Videoprojektionen. Im Jahr 2006 wird diese spannende Zusammenarbeit zwischen der Opernklasse und den Studiengängen Kommunikationsdesign und Multimedia mit der Hochzeit des Figaro fortgeführt. Vater Leopold Mozart dagegen war der Star bei der Ent- wicklung eines Ausstellungskonzeptes für das gerade wiedereröffnete Mozarthaus in Augsburg. In der Ausstellung sind darüber hinaus einige im Rahmen von Semesterprojekten entstandene Videoclips zu sehen. Den Spuren der Mozarts gehen auch die in der Realisierungsphase angelangten Mozartwege in den Stauden nach. Die Mozartprojekte sind ein Beispiel für den wichtigen Beitrag, den der Fachbereich zur kulturellen Identität der Region beiträgt. Dazu gehören u.a. auch die Einrichtung eines Bildungsservers für das Schulamt, Trailer und Kurzfilme für die Architekturwoche A2, das Radioprojekt »Der Feind hört mit« mit dem DARC sowie das jährliche LAB_30 für Medienkunst und elektronische Musik im Kulturhaus Abraxas. > Jahresbericht zum Downoad als PDF
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